EAST NISEISEN 17:4 447..5:039 Richard Wagner Der fliegende ; Holländer | Voll.tändiges Opernbuch Opernbücher 70. Band Der fliegende Holländer Vomanti.che Oper in drei Aufzügen von Vichard Wagner Voll.tändiges Buch Herausgegeben und eingeleitet von Georg Richard Kru.e Derlag von Philipp Reclam jun. Leipzig Ulle Rechte vorbehalten Druc von Philipp Reclam jun. Leipzig ZINN der Nacht .ah ich mal ein großes Schiff mit aus8ge- .pannten blutroten Segeln vorbeifahren, daß es aus.ah wie ein dunkler Rie.e in einem weiten Scharla, be.onder8 wenn keine Bibel an Bord oder kein Hufei.en am Fockma.te befindlich i.t. Die Briefe .ind immer an Men.chen adre..iert, die man gar nicht kennt, oder die läng.t ver.torben, .o daß zuweilen der .päte Enkel einen LiebeSbrief in Empfang nimmt, der an .eine Urgroßmutter gerichtet, die .chon .eit hundert Jahr' im Grabe liegt. [Ein Zug, der auch bei Wagner wiederkehrt.] Jenes hölzerne Ge- .pen.t, jenes grauenhafte Schiff führt .einen Namen von .einem Kapitän, einem Holländer, der ein.t bei allen Teufeln ge.chworen, daß er irgendein Vorgebirge, de..en Namen mir entfallen, troß des heftigen Sturm3, der eben wehte, um.chiffen wolle, und .ollte er auch bis zum Jüng.ten Tage .egeln mü..en. Der Teufel hat ihn beim Wort gefaßt, er muß bis zum Jüng.ten Tage auf dem Meere herumirren, e3 .ei denn, daß er durch die Treue eines Weibe3 erlö.t werde. Der Teufel, dumm wie er i.t, glaubt *) Univ.-Bibl. Nr. 2350. 1 EI 4 Der fliegende Holländer. niht an Weibertreue, und erlaubte daher dem verwün.chten Kapitän, alle .ieben Jahr einmal ans Land zu .teigen und zu heiraten und bei die.er Gelegenheit .eine Erlö.ung zu betreiben“. Er .childert dann ein die Fabel behandelndes Theater.tü>, das er in Am.terdam ge.ehen, wie folgt: „Es .ind wieder .ieben Jahre verflo..en, der arme Holländer i.t des endlo.en Umher- irrens müder als jemals, .teigt ans Land, .chließt Freund.chaft . mit einem .chotti.chen Kaufmann, dem er begegnet, verkauft ihm Diamanten zu .pottwohlfeilem Prei.e, und als er hört, daß .ein Kunde eine .chöne Tochter be.ißt, verlangt er .ie zur Ge- mahlin. Auch die.er Handel wird abge.chlo..en. Nun .ehen wir das Haus des Schotten; das Mädchen erwartet den Bräutigam zagen Herzens. -Sie .chaut oft mit Wehmut nach einem großen verwitterten Gemälde, das in der Stube hängt und einen .chö- nen Mann in .pani.ch-niederländi.cher Tracht dar.tellt; es i.t ein altes Erb.tü>, und nach der Aus.age der Großmutter i.t es ein getreues Konterfei des fliegenden Holländers, wie man ihn vor hundert Jahren in Schottland ge.chen. Auch i.t mit die.em Gemälde eine überlieferte Warnung verknüpft, daß die Frauen der Familie .ich vor dem Originale hüten .ollten. Eben de3- halb hat das Mädchen von Kind auf .ich die Züge des gefähr= lihen Manne3 ins Herz geprägt. Wenn nun der wirkliche flie- gende Holländer leibhaftig hereintritt, er.chrift das Mädchen; aber nicht aus Furte, kehrt dann der Erzähler zur lezten Szene wieder zurüd, „wo auf einer hohen Meerklippe das Weib des fliegenden Holländers verzweiflungsvoll die Hände ringt, während auf dem Meere, auf dem Verde> .eines unheimlichen Schiffes, ihr un= glülicher Gemahl zu .chauen i.t. Er liebt .ie und will .ie verla..en , um .ie nicht ins Verderben zu zichen, und er ge.teht ihr .ein grauenhaftes Schi>.al und den .chrecklichen Fluch, der auf ihm la.tet. Sie aber ruft mit lauter Stimme: J< war dir treu bis zu die.er Stunde, und ich weiß ein .icheres Mittel, wodurch ic< dir meine Treue erhalte bis in den Tod! Bei die.en Worten .türzt .ich das treue Weib ins Meer, und nun i.t auch die Verwün.chung des fliegenden Holländers zu Ende, er i.t erlö.t, und wir .ehen, wie das ge.pen.ti.che Schiff in den Abgrund des Meeres ver.inkt“. Man .icht, im ganzen wie im einzelnen i.t Wagner3 Dich- tung äußerlich ganz genau der Vorlage nachgebildet, und doch, wie völlig anders innerlich hat das aus .o unreiner Quelle flüch- tig empfangene Bild .chließlich Ge.talt gewonnen. „Die.er Gegen= .tand reizte mich und prägte .ich mir unauslö.chlich ein; aber noc< gewann er nicht. die Kraft zu einer notwendigen Wieder= geburt in mir,“ .chreibt Wagner. Er.t die .türmi.che Seefahrt nach London, bei der das Sc zu ver.uchen. „I< entwarf den Plan zum Gedicht meines „Fliegenden Holländers“, bei dem ich die Möglichkeit eines Auftretens in Paris immer noc< im Auge behielt. I< faßte den Stoff näm= lich für einen einzigen Akt zu.ammen, wozu mich zunäch.t der Gegen.tand .elb.t be.timmte, da ich auf die.e Wei.e ihn, ohne alles jezt mich anwidernde Opernbeiwerk, auf den einfachen dra- mati.chen Vorgang zwi.chen den Hauptper.onen zu.ammengedrängt geben konnte. Nach der prakti.chen Seite hin glaubte ich .aber annehmen zu dürfen, daß ich für eine einaktige Oper, wie man .ie als .ogenanntes Lever de rideau vor einem Ballett in der Großen Oper häufig gab, am ehe.ten Aus.icht zu Annahme mei- ner projektierten Arbeit hätte.“ In Chops Erläuterungen*) i.t eingehend ge.childert, wie Wagner .eine Dichtung als Textunterlage für einen franzö.i.chen Komponi.ten gegen ein Honorar von 500 Frank verkaufen mußte, die .päter, als „Vaisseau fantöme“ vertont, ohne Erfolg an der Großen Oper er.chien. Gleich nach dem Verkauf, der wieder ein Aufatmen ge.tattete, macht .ich Wagner daran, .eine Dichtung in deut.cher Sprache und mu.ikali.ch auSzuführen. Wie er noch immer unter dem Einfluß der Heine.chen Vorlage .tand, er.icht man daraus, daß in dem Entwurf vom 48. Mai 1841, der in Meudon niederge.chrieben wurde, die .chotti.che Kü.te es i.t, an der die Handlung .ich ab.pielt. Das Titelblatt lautet: Der fliegende Holländer. Vomanti.che Oper. Per.onen. Donald, .chotti.cher Seefahrer. Senta, .eine Tochter. Georg, ein Jäger. Der Holländer. Der Steuermann de8 Schotten. Die Umme Senta3. Matro.en des Schotten. Die Mann.c legte ich unbewußt den themati.chen Keim zu der ganzen Oper nieder; es war das verdichtete Bild des gan= zen Drama3, wie es vor meiner Seele .tand; und als ich die fertige Arbeit betiteln .ollte, hatte ich nicht übel Lu.t, .ie eine „Dramati.che Ballade“ zu nennen. Bei der endlichen Ausführung breitete .ich mir das empfangene themati.che Bild ganz unwill= fürlich als ein voll.tändiges Gewebe über das ganze Drama aus; ich hatte, ohne weiter es zu wollen, nur die ver.chiedenen thema= ti.chen Keime, die in der Ballade enthalten waren, nach ihren eigenen Richtungen hin weiter und voll.tändig zu entwickeln, .o hatte ich alle Haupt.timmungen die.er Dichtung ganz von .elb.t in be.timmter themati.cher Ge.taltung vor mir. I< hätte mit eigen.inniger Ab.icht willkürlich als Opernkomponi.t verfahren mü..en, wenn ich in den ver.chiedenen Szenen für die.elbe wieder= kehrende Stimmung neue und andere Motive hätte erfinden wollen; wozu ich, da ich eben nur die ver.tändlich.te Dar.tellung des Gegen= .tandes, nicht aber mehr ein Konglomerat von Opern.tücken, im Sinne hatte, natürlich nicht die minde.te Veranla..ung empfand.“ In kurzen .ieben Wochen ent.tand der ausgeführte Kompo.i- tionSentwurf, der am 13. September 1841 vollendet war: „In Nacht und Elend. Per aspera ad astra. Gott gebe es.“ So .teht auf dem Titelblatt zu le.en. Das Buch hatte Wagner zuer.t nach Leipzig und, nachdem es dort abgelehnt war, nach München ge.andt, von wo es mit dem Ent.cheid, „die Oper eigne .ich nicht für Deut.chland“, zurückge.chickt wurde. Da wandte .ich der Mei.ter nach Berlin und richtete an Meyerbeer den denkwürdigen Brief, in dem es heißt: „Zwei Worte von Ihnen haben mich aufs neue glücklich und gründlich mit meinem Schik.ale aus8ge.öhnt . . . I< armer Narr, der ich immer nur in die Zukunft hineinarbeite, in der Gegenwart aber nichts höre und .ehe, ja kaum darin exi.tiere =- .aß in meinem Stübchen bei meiner armen, von mir und von dü.teren Sorgen gequälten Frau und .ah auf die Früchte des 8 Der fliegende Holländer. leßtverlebten oder vielmehr duren und ihnen einen untertänig.ten Brief an den Grafen Redern beizugeben ; ich wußte, .ie würden dort verfaulen, und doch" fiel mir nichts Be..ere3 ein. Da ging mir das Evangelium auf, denn von Ihrer geprie.enen Hand .tand da: Jc< werde das.elbe bei dem Grafen Redern zu erlangen .uchen!! =- A< wenn Sie wüßten, welche unermeßliche Wohltat Sie mir dadurch angedeihen ließen.“ Die Empfehlung des Werkes an den Intendanten de3 Ber- liner Hoftheaters durch Meyerbeer hatte auch wirklich den Er= folg, daß nach zwei Monaten die Annahme des „Fliegenden Holländer5“ erfolgte; da aber Graf Redern .chon damals ent= .chlo..en war, von .einem Po.ten zurückzutreten, hatte die An= nahme zunäch.t keine prakti.che Bedeutung, um .o weniger, als .ein Nachfolger, der Münchener Intendant Theodor v. Kü.tner, die Oper ja bereits abgelehnt hatte. So mußte noch geraume Zeit vergehen, ehe der „Holländer“ in den Hafen einlaufen konnte. Zunäch.t betrieb Wagner, da er durch die Annahme des „Rienzi“ in Dresden und des „Hol- länder3“ in Berlin genügend gute AuSs.ichten in .einer Heimat zu haben glauben durfte, die Rückkehr nach Deut.chland, die auch Anfang April 1842 erfolgte. Auf die.er Fahrt war e3, daß er die Wartburg erblickte und im Tale dahinfahrend das Szenenbild des „Tannhäu.er“ innerlich entwarf. Nach vergeblichen Rei.en und .orgenvollem Warten fand dann endlich am 20. Oktober in Dresden die Uraufführung des „Rienzi“ .tatt, de..en Erfolg Wagner dort nicht nur die Aus.icht auf die durch den Tod Ra.trellis eben freigewordene Kapellmei.ter.telle eröffnete, .ondern auch die Annahme des „Fliegenden Holländers“ im Gefolge hatte. Die.er wurde nun ra.ch ein.tudiert, da Berlin keine Einwendung dagegen erhob, daß die Uraufführung in Dresden .tattfände, und nach einer wiederum bangen Zeit, in der Herzensangelegenheiten der Schröder-Devrient, der einzigen ihrer Aufgabe gewach.enen Dar.tellerin , deren Auftreten jeden Tag in Frage .tellten, ver- kündete endlich der Theaterzettel: Der fliegende Holländer." “0 Üte Vor.tellung im vierten Abonnement. Königlich Säch.i.ches Hoftheater. Montag, den 2. Januar 1843. Zum er.ten Male: Der fliegende Holländer. Romanti.che Oper in drei Akten von Richard Wagner. Per.onen: Daland, norwegi.cher LESE NET EM kN Senta, .eine Tocher. . . . EE I ED. ein Züger: .. 77. RIAL TS: € Mary, HauShälterin Dalands OR AE Der Steuermann Dalands . . . « » Dex Holländer? 2/4465 ENES Herr Ri..e. Mad. Scröder-Devrient. Herr Reinhold. Mad. Wädhter. Herr Bielczizky. Herr Wächter. Matro.en des NOCHE Die Mann.csvermögens für die Ausführung .einer Dichtungen .ich im voraus bewußt war; ich hatte die.es Vermögen .o weit geübt, daß ich meiner Fähigkeit, Der fliegende Holländer, 11 es zur Verwirklichung der dichteri.chen Ab.icht zu verwenden, vollkommen inne war und auf die Hilfe die.er Fähigkeit beim Fa..en dichteri.cher Entwürfe nicht nur .icher rechnen, .ondern in dem Wi..en hiervon die.e Entwürfe .elb.t freier nach dichte- ri.cher Notwendigkeit ge.talten konnte, als wenn ich .ie mit be= .onderer Ab.icht für die Mu.ik ge.taltet hätte. Zuvor hatte ich die Tätigkeit des mu.ikali.chen Ausdruckes mir in der Wei.e anzueignen gehabt, wie man eine Sprache erlernt. Wer eine fremde, ungewohnte Sprache noch nicht vollkommen inne- hat, muß in allem, wa3 er .pricht, auf die Eigenheit die.er Sprache Rück.icht nehmen; um .ich ver.tändlich auszudrücken, muß er fortwährend auf die.en AuSdruck .elb.t bedacht .ein, und was er .prechen will, ab.ichtlich für ihn berechnen . . . Jett hatte ich aber die Sprache der Mu.ik vollkommen erlernt; ich hatte .ie jeßt inne wie eine wirkliche Mutter.prache.“ Und noch an anderer Stelle hebt er hervor: „Von hier an beginnt meine Laufbahn als Dichter, mit der ich die des Verfertiger8 von Operntexten verließ. Und doch tat ich hiermit keinen jähen Sprung. Nirgends wirkte die Reflexion auf mich ein; denn Reflexion i.t nur aus der Kombination vor- handener Er.cheinungen als Bei.piele zu gewinnen: die Er.chei- nungen, die mir auf meiner neuen Bahy als Bei.piele hätten dienen können, fand ich aber nirgends vor. Mein Verfahren war neu; es war mir aus meiner inner.ten Stimmung ange- wie.en, von dem Drange zur Mitteilung die.er Stimmung auf= genötigt. I< mußte, um mich von innen heraus zu befreien, d. h. um mid gleichfühlenden Men.chen aus Bedürfnis des Ver.tändni..es mitzuteilen, einen durch die äußere Erfahrung mir noc< nicht angewie.enen Weg als Kün.tler ein.chlagen, und was hierzu drängt, i.t Notwendigkeit, tief empfundene, nicht aber mit dem prakti.chen Ver.tande gewußte zwingende Not= wendigkeit. Stelle ih mich hiermit meinen Freunden als Dichter vor, .o .ollte ich fa.t Bedenken tragen, .chon mit einer Dichtung, wie der meines „Fliegenden Holländers“, e8 zu tun. JIn'ihr i.t .o vieles noc< unent.chieden, das Gefüge der Situationen mei.t noc< .o ver.hwimmend, die dichteri.che Sprache und der Vers 12 Der fliegende Holländer. oft no< des individuellen Gepräges .o bar, daß namentlich un.ere modernen Theater.tückdichter , die alle3 nach einer abge- .ehenen Form kon.truieren, und von dem eitlen Wi..en ihrer angelernten formellen Fähigkeit aus auf das Auffinden beliebiger Stoffe zur Behandlung in die.er Form ausgehen, die Bezeich- nung. die.er Dichtung als .olher mir für eine hart zu züch- tigende Frechyeit anrechnen werden. Weniger als die Furcht vor die.er zu erwartenden Strafe, würde mich mein eigenes Bedenken gegen die Form die.er Dichtung kümmern, wenn es meine Ab.icht wäre, mich mit die.em Gedicht überhaupt als eine vollendete Er.cheinung hinzu.tellen ; wogegen es mich gerade reizt, meinen Freunden mich in meinem Werden vorzuführen. Die Form der Dichtung des „Fliegenden Holländers“ war mir aber, wie überhaupt die Form jeder meiner nachherigen Dichtungen, bis auf die äußer.ten Züge der mu.ikali.chen Ausführung von dem Stoffe in.oweit angewie.en, als er mir zum Eigentum einer ent.cheidenden Lebens.timmung geworden war, und ich dur< Übung und Erfahrung auf dem einge.chlagenen Wege .elb.t mir die Fähigkeit zu kün.tleri.chem Ge.talten überhaupt gewonnen hatte.“ Scließlich .ei noch die Stelle wiedergegeben, in der Wagner .eine poeti.che Auffa..ung der Holländer-Sage aus.pricht : „Die Ge.talt des Fliegenden Holländers“ i.t das mythi.che Gedicht des Volkes: ein uralter Zug de3 men.chlichen We.ens .pricht .ich in ihm in herzergreifender Gewalt aus. Die.er Zug i.t, in .einer allgemein.ten Bedeutung, die Sehn.ucht nach Ruhe aus Stürmen de3 Lebens. In der heitern helleni.chen Welt treffen wir ihn in den Irrfahrten des Ody..eus und in .einer Sehn.ucht nach der Heimat. Heimat, Haus, Herd und -- Weib, dem wirklich Erreichbaren und endlich Erreichten des bürger= freudigen Sohnes des alten Hellas. Das irdi.ch heimatlo.e Chri.tentum faßte die.en Zug in die Ge.talt des „Ewigen Juden“: Die.em immer und ewig, zwec= und freudlo8 zu einem läng.t ausgelebten Leben verdammten Wanderer blühte keine irdi.che Erlö.ung; ihm blieb'als einziges Streben nur die Schn.ucht nach dem Tode, als einzige Hoffnung die Aus.iht auf das Nicht= mehr.ein. Am Schlu..e des Mittelalters lenkte ein neuer tätiger Der fliegende Holländer. 13 Drang die Völker auf das Leben hin: weltge.chichtlich am er- folgreich.ten äußerte er .ich als Entde>ungstrieb. Das Meer ward jetzt der Boden des Lebens, aber nicht mehr das kleine Binnenmeer der Hellenenwelt, .ondern das erdumgürtende Welt- meer. Hier war mit einer alten Welt gebrochen; die Sehn= .ucht des Ody..eus na< Heimat, Herd und Eheweib zurück hatte .ich, nachdem .ie an den Leiden des „Ewigen Juden“ bis zur Sehn.ucht nach dem Tode genährt worden, zu dem Ver- langen nah einem Neuen, Unbekannten, noh nicht .ichtbar Vor- handenen aber im voraus empfundenen, ge.teigert. Die.en un= geheuer weit ausgedehnten Zug treffen wir im Mythos des „Fliegenden Holländers“, die.em Gedichte de8 Seefahrervolke3« aus der weltge.chichtlichen Epoche der Entde>ungsrei.en. Wir treffen auf eine, vom Volksgei.te bewerk.telligte merkwürdige Mi.chung des Charakters des Ewigen Juden mit dem des Ody.- .eus. Der holländi.che Seefahrer i.t zur Strafe .einer Kühn= heit vom Teufel (das i.t hier .ehr er.ichtlich: dem Elemente der Wa..erfluten und dek Stürme) verdammt, auf dem Meere in alle Ewigkeit ra.tlos umherzu.egeln. Am Ende .einer Leiden er.chnt er, ganz wie Aha3verus, den Tod; die.e, dem Ewigen Juden no< verwehrte Erlö.ung kann der Holländer aber ge- winnen durch ein Weib, das .ich aus Liebe ihm opfert. Die Sehn.ucht nach dem Tode treibt ihn .omit zum Auf.uchen die.es Weibe3; dies Weib i.t aber nicht mehr die heimatlich .orgende, vorzeiten gefreite Penelope des Ody..eus, .ondern es i.t das Weib überhaupt, aber das no. 3. Auftritt, Senta. Daland. Der Holländer. Ur. 6. Finale (Urie, Duett, Terzett): Mein Kind, du .ieh.t mich auf der Schwelle. ntroduktion. DEBIAN Dritter Aufzug. 1. Auftritt. Steuermann. Matro.en. Mädcen. Ur. 7. Szene und Chor: Steuermann, laß die Wacht. 2. Auftritt. Senta. Erik. Holländer. Daland. Mary. Chor. Nr. 8. Finale: Wa3 mußt! ich hören, Gott. Auf die ur.prüngliche Ab.icht Wagners zurückgehend, hat man in Bayreuth und daraufhin auc< an andern Bühnen den „Holländer“ als Einakter ohne Unterbrechung (wie das „Nheingold“) aufgeführt. Die mu.ikali.che Verbindung i.t ohne Veränderung einer Note ge.chaffen, indem die Nach.piele des er.ten und zweiten Akte3 an der überein- .timmenden Stelle unmittelbar in die Einleitung des zweiten und dritten übergehen. Per.onen. Daland, ein norwegi.cher Seefahrer. (Baß.) Senta, .eine Tochter. (Sopran.) Erik, ein Jäger. (Tenor.) Mary, Sentas Amme. (Mezzo-Sopran.) Der Steuermann Dalands. (Teuor.) Der Holländer. (Bariton.) Matro.en des Norwegers. Die Mann.chaft des fliegenden Holländers. Mädchen. Die norwegi.che Kü.te. Text-Varianten .ind in Klammern [ ] ge.tellt. Ouvertüre. Er.ter Aufzug. Steiles Fel.enufer. Da3 Meer nimmt den größten Teil der Bühne ein; weite Aus.icht auf das.elbe. Fin.teres Wetter; heftiger Sturm. Er.ter Auftritt. Da3 Schiff Dalands hat .oeben dicht am Ufer Anker geiborfen; die Matro.en .ind in geräu.chvoller Arbeit be.chäftigt, die Segel aufzuhi..en, Taue auszuwerfen u.w. =- Daland i.t än das Land gegangen; er er.teigt einen Fel.en und .ieht landeinwär15, die Gegend zu erkennen, Nr. 1. Introduktion. Matro.en (während der Arbeit). Hohoje! Hohoje! Halloho! Ho! - Daland (vom Fel.en herabkommend). Kein Zweifel! Sieben Meilen fort trieb uns der Sturm vom .ich'ren Port. So nah' dem Ziel nach langer Fahrt, war mir der Streich noch aufge.part! Steuermann (von Bord, durch die hohlen Hände rufend). Ho! Kapitän! Daland. Am Bord bei euch, wie .teht's? Steuermann (wie zuvor). Gut, Kapitän! Wir haben .ich'ren Grund! Daland. Sandwike i.t's! Genau kenn' ich die Bucht. =- -- Verwün.cht! Sc. Der Sturm hat .ich etwas gelegt und wiederholt fich nur in abge.ezten Pau.en; in hoher See türmen .ich die Wellen. Der Steuermann macht noch einmal die Runde, dann .etzt er .ich am Ruder nieder.) Steuermann (gähnt, dann rütielt er .ich auf, als ihm der Schlaf ankommt). Lied. Mit Gewitter und Sturm aus fernem Meer =- mein Mädel, bin dir nah'! Über turmhohe Flut vom Süden her =- mein Mädel, ich bin da! Mein Mädel, wenn nicht Südwind wär, ich nimmer wohl käm' zu dir: a<, lieber Südwind, bla.' noc< mehr! Mein Mädel verlangt nac< mir. Hohoje! Halloho! Jolohohoho? (Eine Woge .t er flüchtig nac< dem Steuer, und, überzeugt, daß kein Schade ge.chehen, brummt er den Anfang .eines Liedes und .chläft wie- der ein. =- Stumm und ohne da3 gering.te Geräu.ch hißt die ge- .pen.ti.che Mann.chaft des Holländers die Segel auf.) Zweiter Auftritt. (Der Holländer kommt an das Land. Er trägt .chwarze Kleidung.) Nv- 2. Adkie. Holländer. Die Fri.t i.t um, und abermals ver.trichen .ind .ieben Jahr'. =- Voll Überdruß wirft mich das Meer ans Land . . . Ha, .tolzer Ozean! In kurzer Fri.t .oll.t du mich wieder tragen! Dein Trotz i.t beug.am, =- doch ewig meine Qual! -- -- Das Heil, das auf dem Land' ich .uche, nie werd" ich es finden! -- Euch, des Weltmeers Flaten, bleib' ich getreu, bis eure letzte Welle .ich bricht, und euer letztes Naß ver.iegt! = -- -- Wie oft in Meeres tief.ten Schlund .türzt' ih voll Sehn.ucht mich hinab: =- do< a ich ver.äume!l Voll Entzücken .chlage ich ein. :|: Holländer. A<, ohne Weib, ohne Kind bin ich, nichts fe..elt mich an die Erde! Na.tlos verfolgte das Schi.al mich, die Qual nur war mir Gefährte. Nie werd' ic< die Heimat erreichen: Was frommt mir der Güter Gewinn? :|: Lä..'.t du zu dem Bund dich erweichen, oh! .o nimm meine Schätze dahin! :|: ) 24 Der fliegende Holländer. 1. Aufzug, 3. Auftritt. Daland. Wohl, Fremdling, hab' ich eine .chöne Tochter, mit treuer Kindeslieb' ergeben mir; .ie i.t mein Stolz, das höch.te meiner Güter, :|: mein Tro.t im Unglü>, meine Freud' im Glück. :|: Holländer. Dem Vater .tets bewahr' .ie ihre Liebez ihm treu, wird .ie auch treu dem Gatten .ein. Daland. Du gib.t Juwelen, un.chätzbare Perlen, das höch.te Kleinod doch, ein treues Weib -- Holländer. Du gib.t es mir? Daland. I< gebe dir mein Wort. Mich rührt dein Los; freigebig, wie du bi.t, zeig.t Edelmut und hohen Sinn du mir: den Eidam wün.cht' ich .o; und wär' dein Gut auch nicht .o reich, wählt' ih doch keinen and'ren. Holländer. Hab' Dank! Werd" ich die Tochter heut noch .ehn ? Daland. Der näch.te gün.t'ge Wind bringt uns nach Hausz du .oll.t .ie .ehn, und wenn .ie dir gefällt -- Holländer. So i.t .ie mein . . . (Für fich.) Wird .ie mein Engel .ein ? Wenn aus der Qualen Schrekgewalten die Sehn.ucht nach dem Heil mich treibt, i.t mir's erlaubt, mich fe.tzuhalten an einer Hoffnung, die mir bleibt? Darf ich in jenem Wahn noch .chmachten, daß .ich ein Engel mir erweicht? Der Qualen, die mein Haupt umnachten, er.ehntes Ziel hätt' ich erreicht? A; die Mädchen .ingen nach einer Pau.e lei.e weiter.) Mädchen. Ah! Wo weilt .ie, die dir Gottes Engel ein.t könne zeigen ? Wo triff.t du .ie, die bis in den Tod dein bliebe treueigen ? Senta (von plögliher Begei.terung hingeri..en, .pringt vom Stuhle auf). I< .ei's, die dich dur< ihre Treu" erlö.e! MBög' Gottes Engel mich dir zeigen! Durt auf.pringend). Hilf, Himmel! Senta! Senta! (Erik i.t zur Türe hereingetreten und hat Senta3 Au3ruf vernommen.) Erik. Senta! Senta! Will.t du mich verderben? Mädchen. Helft, Erik, uns! Sie i.t von Sinnen! Mary. I< fühl' in mir das Blut gerinnen! =- Ab.cheulich Bild, du .oll.t hinaus, kommt nur der Vater er.t nach Haus! Erik (ern.t). Der Vater kommt! Senta (die in ihrer lezten Stellung verblieben und von allem nichts vernommen hatte, wie erwachend und freudig auffahrend). Der Vater kommt? Erik. Vom Fel.en .ah .ein Schiff ih nahn. Mädchen (voll Freude). Sie .ind daheim! Mary (außer .ich, in großer Ge.chäftigkeit). Nun .eht, zu was eu'r Treiben frommt! Im Hau.e i.t noc< nichts getan. Mädgyen. Sie .ind daheim! =- Auf, eilt hinaus! 32 Der fliegende Holländer. 2. Aufzug, 2. Auftritt. Mary (die Mädchen zurit>haltend). Halt, halt! Ihr bleibet fein im Haus! Das Sciffsvolk kommt mit leerem Magen; in Küch' und Keller! Säumet nicht! Laßt euch nur von der Neugier plagen, = vor allem geht an eure Pflicht! Mäddhjen (für .ich). A! Aus meinen Qualen reiße mich! Doch will.t du, ach, .o verdirb mich ganz! Senta (zögernd). Was i.t . . .? Was .oll? Erik. O Senta, .prich, was aus mir werden .oll ? Dein Vater kommt: =- eh' wieder er verrei.t, wird er vollbringen, was .chon oft er wollte . . . Senta. Und was mein.t du? Erik. Dir einen Gatten geben. -- -- Mein Herz, voll Treue bis zum Sterben, mein dürftig Gut, mein Jägerglük: -- darf .o um deine Hand ich werben? Stößt mich dein Vater nicht zurück? :|: Wenn dann mein Herz im Jammer bricht, =- .ag, Senta, wer dann für mich .pricht? =- :|: Der fliegende Holländer. 2. Aufzug, 2. Auftritt. 33" Zenta, A vor die.er Wunde, die du mir .censlos nicht rühren ? Wagner. 3! *'34 Der fliegende Holländer. 2. Aufzug, 2. Auftritt. Erik. Mein Leiden, Senta, rührt es dit dich .o? Erik. Senta! Laß dir vertraun: = ein Traum i.t's! Hör ihn zur Warnung an! (Senta .ett .ich er.chöpft in den Lehn.tuhl nieder; bei dem Beginn von Erik3 Erzählung ver.inkt .ie wie in magneti.chen Schlaf, .o daß es .cheint, als träume .ie den von ihm erzählten Traum ebenfalls. Erik .teht an den Stuhl gelehnt zur Seite.) Erik (mit gedämpfter Stimme). Auf hohem Fel.en lag ich träumend, .ah unter mir des Meeres Flut; die Brandung hört' ich, wie .ich . ... Erik (auf vas Bild deutend). Der Seemann, Er. Zenta, Und ich? Der fliegende Holländer. 2. Aufzug, 2. Auftritt. Erik. Du kam.t vom Hau.e her -- du flog.t, den Vater zu begrüßen; do< kaum no< .ah ic< an dich langen, Du“ .türzte.t zu des Fremden Füßen, =- ich .ah dich .eine Knie umfangen . . . Senta (mit .teigender Spannung). Er hub mich auf .. . Erik. An .eine Bru.t; =- voll Inbrun.t hing.t du di< an ihn, -- du küßte.t ihn mit heißer Lu.t = Senta, Und dann? Erik (.ie überra.cht anbli>end, nach einer Pau.e). Sah ich aufs Meer euch fliehn. Senta (j nicht vom Holländer ab, .owie auch die.er, ohne auf Daland zu hören, nur in den Anbli> des Mädc du ahnen, dem dann mit mir du angehör.t, dich würd' es an das Opfer mahnen, das du mir bring.t, wenn Treu' du .chwör.t: es flöhe .: Jubel und Freude. Die Haltung des holländi.chen Schiffes bietet einen unheimlichen Kontra.t: eine unnatürliche Fin.ter- ni3 i.t über das.elbe ausgebreitet; es herr), indem .ie den Nieder.chlag jeden Taktes mit .tarköm Auf.tampfen der Füße begleiten.) (Die Mädchen kommen mit Körben voll Spei.en und Getränken.) Mäödhen. Mein! Seht do< an! Sie tanzen gar! Der Mädchen bedarf's da nicht fürwahr. (Sie gehen auf das holländi.che Schiff zu.) Matro.en. He! Mädel! Halt! Wo geht ihr hin? Mädchen. Steht euch nach fri., .chlagen da3 Kreuz und verla..en das Verde>; die Holländer, als .ie dies .chen, erheben ein gellendes Hohngelächter. Sodann herr.cht mit einem Male auf ihrem Schiffe wieder die er.te Toten.tille; Luft und Meer werden in einem Augen- blie ruhig, wie zuvor.) Zweiter Auftritt. Senta kommt bewegten Schrittes au3 dem Hau.e; ihr folgt Erik in der höch.ten Aufregung. Nr. 8. Finale. Erik. Was mußt' ih hören, Gott, was mußt' ich .ehen! I.t's Täu.chung, Wahrheit? I.t es Tat? Senta (.ich mit peinlichem Gefühle abwendend). Oh, frage nicht! Antwort darf ich nicht geben. Erik. Gerechter Gott! Kein Zweifel! =- Es i.t wahr! -- Welch unheilvolle Macht riß dich dahin? Welche Gewalt verführte dich .o .chnell, grau.am zu brechen die.es treu.te Herz! Dein Vater -- ha! den Bräut'gam bracht er mit .. . Wohl kenn! ich ihn . . . mix ahnte, was ge.chieht! Do mich hehr dur, das jene trifft, die mir die Treue brechen: -- ew'ge Verdammnis i.t ihr Los! -- Zahllo.e Opfer fielen die.em Spruch dur< mich! =- Du aber .oll.t gerettet .ein. = Leb wohl! -- Fahr hin, mein Heil, in Ewigkeit! Erik (in fur! I< kannte dich, als ich zuer.t dich .ah! Das Ende deiner Qual i.t da! -- I< bin's, durch deren Treu' dein Heil du finden .oll.t! „(Auf Eriks Hilferuf .ind Daland , Mary und die Mädchen au3 dem Hau.e, die Matro.en von dem Schiffe herbeigeeilt.) Erik. Helft ihr! Sie i.t verloren! Daland, Mary und der Chor. Was erbli' ich! Gott! Holländer (zu Senta). Du kenn.t mich niht =- du ahn.t nicht, wer ich bin! (Er deutet auf .ein Schiff, de..en vote Segel aufge.pannt .ind und de..en Mann.chaft in ge.pen.ti.cher Reg.amkeit die Abfahrt vorbereitet.) Befrag die Meere aller Zonen, befrag den Seemann, der den Ozean durch.tricht =- er kennt dies Schiff, das Schre>en aller Frommen: den fliegenden Holländer nennt man mich! Die Mann.chaft des Holländers. Johohoe! Johohoe! Hoe! Huti..a! (Mit Blitesö.chnelle langt er am Bord .eines Schiffes an, welches augenblicklich unter dem Seerufe der Mann.chaft abfährt. =- Alles fleht ent.ezt. =- Senta .ucht .ich mit Gewalt von Daland und Erik, die .ie halten, loö8zuwinden.) Daland, Erik, Mary und der Chor. Senta! Senta! =- Was will.t du tun? Der fliegende Holländer. 3. Aufzug, 2. Aufiritt. 51 (Senta hat .ich mit wütender Macht losgeri..en und erreicht ein vor- .tehendes Fel.enriff; von da aus ru.t .ie mit aller Gewalt dem ab- .egelnden Holländer nach.) Senta, Preis deinen Engel und .ein Gebot! Hier [.ieh mich,] .teh' ich treu dir bis zum Tod! (Sie .türzt .ich in das Meer; in dem.elben Augenblicke ver.inkt das Schiff des Holländers und ver.chwindet .chnell in Trümmern.*) =- In weiter Ferne ent.teigen dem Wa..er der Holländer und Senta, beide in verklärter Ge.talt; er hält .ie um.chlungen.) *) Partitur: Das Meer .chwillt hoch auf und .inkt in einem Wirbel wieder zurü&. Im Glührot der aufgehenden Sonne .ieht man über den Trümmern de3 Schiffes die verklärten Ge.talten Senta3s und de3 Holländers .ich um.chlungen haltend dem Meer ent.teigen und auf- wärts .cvoll gebundenen Ausgaben i.t aus dem neue- .ten Verzeichnis der U.-B. er.ichtlich, das in jeder Buchhand- lung oder gegen Portoein.endung vom Verlag zu haben i.t. Mu.iker-Biographien in Reclams Univer.al-Bibliothek Nuber. Von Ad. Kohut. Bd. 17. Nr. 3389 T. S. Bach. Von Rich. Batka. Bd. 15. Nr. 3070 Beethoven. VonL. Nohl. Bv.2. Nr. 1180/81 Bellini. Von Paul Voß. Bd. 23. Nr. 4238 Berlioz. Von Br. Scrader. Bd. 28. Nr. 5043 Bizet. Von Paul Voß. Bd. 22. Nr. 3925 Brahms. Von Richard von Perger. Bd. 27. Nr. 5006 Bruner. Von Richard Wetz. Bd. 37. Nr. 6372/73 Cherubini. Von M. E. Witt- mann. Bd. 18. Nr. 3434 Chopin. Von E. Redenbacher. Bd. 30. Nr. 5327 Cornelius. Von Edgar I.tel. Bd. 25. Nr. 4766 Franz, R. Von R. Freiherrn Prochäzka. Bd. 16. Nr. 3273/74 Glu>. Von Heinrich Welti. Bd. 9. Nr. 2421 Goetz, Herm. Von G.R.Kru.e. Bd. 36. Nr. 6090 Händel. Von Br. Schrader. Bd. 19. Nr. 3497 Haydn. Von Ludwig Nohl. Bd. 3. Nr. 1270 Li.zt. 1. Teil. Von Lud. Nohl. Bd. 4. Nr. 1661 - 2. Teil. Von Augu.t Göl- lerich. Bd. 8. Nr. 2392/92 a Loewe. Von M. Runze. Bd. 24. Nr. 4668 Lortzing. Von H. Wittmann. Bd. 11. Nr. 2634 Mahler. Von Arthur Neißer. Bd. 35. Nr. 5985/86 Mar.chner. Von M. E. Witt- mann. Bd. 20. Nr. 3677 Mendels.ohn. Von Bruno Schrader. Bd. 21. Nr. 3794 Meyerbeer. Von G.R. Kru.e, Bd. 12. Nr. 2734 Mozart. Von Ludwig Nohl. Bd. 1. Nr. 1120/21 Ro..ini. Von Adolf Kohut. Bd. 14, Nr. 2927 Anton Rubin.tein. Von Nic. D. Bern.tein. Bd. 29. Nr. 6302 Schubert. Von A. Niggli. Bd. 10. Nr. 2521 Sdqhumann. Von Rich. Batka, Bd. 13. Nr. 2882 Spohr. Von Ludwig Nobl. Bd. 7. Nr. 1780 Strauß. Von F. Lange. Bd. 31. Nr. 5462 Verdi. Von Max Chop. Bd. 32. Nr. 5595 DYolkmann. Von Hans Volk- mann. Bd. 33. Nr: 5763 Wagner. Von Ludwig Nohl. 2. Aufl. Bd. 5. Nr. 1700/17002 Weber. Von Ludwig Nohl. Bd. 6. Nr. 1746 Hugo Wolf. Von E. Schmitz. Bd. 26. Nr. 4853 Zelter. Von G. Rich. Kru.e. 34. Bd. Nr. 5815 Mu.ik=Literatur in Reclams Univer.al-Bibliothek Bremers Handlexikon der Mu.ik. Eine Enzy- klopädie der Tonkun.t. Neu herausgegeben von Bruno Schrader. Nr. 1681-86 O. Gir.chnex, Mu.ikali.che Aphorismen. Zitate aus den Werken großer Philo.ophen, Schrift- .teller und Tonkün.tler. Nr. 2401 E. T. A. Hoffmann, Kreisleriana. - Der Dichter und der Komponi.t. Nr. 5623/24 Ludwig Nohl, Allgemeine Mu.ikge.chichte. Nr. 1511-133,b Robert Schumann, Ge.ammelte Schriften über Mu.ik und Mu.iker. Nr. 2472-733, 2561-62 a, 2621/22 Peter T.chaikow.ky, Erinnerungen eines Mu.ikers, Nr. 6285/86 Richard Wagner, Bayreuth. Ge.ammelte Auf- fätze. Mit 2 Abbildungen und 2 Plänen. Nr. 5686 =-- Ein deut.cher Mu.iker in Paris. Novellen und Auf.ätze. Nr. 5659/60 -- Erinnerungen. Nr. 5671 -- Über das Dirigieren. -- Bericht über eine in München zu errichtende deut.che Mu.ik.chule. Nr. 5661/62 Carl Maxia v. Weber, Ausgewählte Schrif- ten. Nr. 2981/82 E, A. Hermann Wolff, Allgemeine Mu.ik- lehre. Nr. 3311 H. v. Wolzogen, Erinnerungen an Richard Wagner. Nr. 2831 A Eutät 5 WW TTT eWMf.TTffeEfeWWWWWWWEWEWYTTTTTT TTT TYTN TY EEE EEE YTEEYEYEYTTYY KT TEEEEEEEEEEEEEETTT WE EE EEE EEEEGETEEEEEETETTTTTETEEETErT : Bücherfreunde erhalten voll.tändige Ver- : : zeichni..e der Univer.al-Bibliothek durch die 3 3 Buchhandlungen oder den Verlag! : TTT Nicht nur Dpernbücher enthält Reclams Univer.al-Bibliothek. Sie umfaßt die ver.chieden.ten Wi..ensgebiete aller Zeiten und Völker Moderne und alte Literatur aller Kulturnationen « Religion, Philo.ophie, P.ychologie Ge.chichte, Kulturge.chichte, Biographien, Rei.ebe.chreibungen Naturwi..en.chaft, Mathematik Rehts-, Staats-, und Sozialwi..en.chaft, Ge.etze Wörter- und Nach.chlagebücher Ge.undheitspflege, Spiel, Praki.che Handbücher Mu.ik, Kun.t, Theater x VE EEEEEEEELEBELEEBEELELEEEEETENTT Verlangen Sie ausführliche Kataloge in den Buchhandlungen WELEEEOEEBEEBEBEHYEEHOEHOEBEBEETEELEOEEEETEBEBEBEOEOBLEEBEEBEEEEEEG PPER ER R RR RE RECEN R ARR RPRANRARPKERAPRRERRRPRERNPENN EE EE EEE) FP LTLTETPRTGTUKEKNEHKKKKKBOHHKKBKBURKOBPPVBRERLKENDWERRENn : Dru und Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 3 AALLABAALLELE LASAADAAADLALALE NERGLONKEBNLONLEENERPBRKTNBLUENGEE MOSGDSRRSAURUNRRRRUKANRURURURURRRURSKARPRNSINUISSSRURSENRSUNARAMRRRRSPARRARURRRURRRUSARSERIRSARRANNERIIHENG 7 450 we "> bed rr EEE EE, Gonntag, den 23. Januar 1938 Der fliegende Holländer Romanti.che Oper in drei Akten von Richard Wagner Mu.ikali.che Leitung: 1, Kapellmei.ter Georg. Pilowski Regie: Oberregi..eur Bozo Miler +» Bühnenbilder: Walier Loh Chöre: Heinz Huhn ===

>--- Der.onen: Daland, ein norwegi.cher Seefahrer . FENEN 1 SIN ZSHINE Manfred Detei HO RIMESTEIN GLONN EU 42:44 0% 24.24.08 A EUETIREE DN ERE.4 24 LR r= 0 Magda Mad.en EUR: eM SRO EEE EHI SERN ERIO KEN SÜD N 227 MIE CRLDREE 8220 Albert Hansmüller Mato: Stato R Mme R SEE EINE Maria Kleffel “ DEV ZGIEUCHÜUUNSDUUD!S%4F ZEESSEDPGED! tes 720,.81: 2.5 7) 3,7 00.0082 Maximilian Boecker . MOO DOUBT 0 VELHE ZER R DREH RE EIE 2552.50 6 1202 „ - Jo.ef Olbertz als Ga.t Matro.en des Norwegers. Die Mann.dha.t des fliegenden Holländers. Mädchen. Ort der Handlung: Die norwegi.che Kü.te In.pizient: Ern.t Lemke +« Beleuchtung: Ern.t Schulz + Betriebsin.pektion: Kurt Lenz Anfang 19,30 ' Prei.e 3 Ende 292.15 Uhr Die Pau.en nach dem 1. und 2. Akt werden durch Aufleuchten der Lampen vechts und links der Bühne angezeigt. Die Dläge mü..en vor Beginn eines jeden Aktes eingenommen .ein, da der Eintritt während des Aktes der Störungen halber nicht ge.tattet werden kann. Montag, den 24. Mtivat 1938; 19,30 Uhr: Das Land des fächelns Operette in 3 Akten FT VN VT UT TTT TTT TTT TTT TT TTT TTI]! SSS EST EEE EEE SPE) u)NNWNN)NNHTNMNHNNHDSNTNNDNDONUOBNOUDUDUSNODNADUE R DDUNDN DUNDEE DUNN EDI TND DDT ND EE TT 2.1111. 2 EL UE ULA AUAR, Der fliegende Holländer (1. Akt), Ein. wilder Sturm wühlt das Meer auf. Dor ihm i.t Dalands 5chiff an die.e Fel.enkü.te geflüchtet. Hier liegt es .icher; fröhliche Ge.chäftigkeit heze.cht auf dem Schiffs. Nün wohl, angenehm i.t'es ja nicht, daß .ie vochmals, .o nohe der Heimat, haben vor Anker gehen mü..en. Aber [hon jett legt .ich ja das Meer, morgen in der Frühe werden .ie die Heimat begrüßen. Alle legen .ich zur Ruhe, der Steuermann nur hält Wache.. Don .einem Mädel träumt er. „Ach lieber Südwind blas noch mehr, mein Mädel verlangt nach mie." In .eligem 9innen ent.chläft er. Da, ein neues Au.wühlen des Meeres. Schauerlich lei.e ra.t ein Schiff heran, blutrot die Segel, .chwarz die Ma.ten. Das Krachen des Ankers nur, .on.t kein Laut. Aus dem Schiffe .teigt ein Mann, hager- die große Ge.talt, bleich das faltige Ge.icht - der Holländer, In ergreifenden Klagen .trömt er .ein Leid aus. , Wieder .ind .ieben Jahre ruhelo.en Wanderns um, wieder .teht .ein Ge.chick vor der, Ent.cheidung. Wird er endlich Ruhe finden? Wird er jetzt das makellos treue Weib finden, das ihm nach des Gottesengels Verheißung die Erlö.ung bringen wird? 50 oft hat er gehoflt, [.o oft hat er .ich getäu.cht ge.ehen, daß er an kein Heil mehr glaubt. Der letzte Tog er.t, „warn alle Toten aufer.iehen, wird auch ihn in nichs vergehen" la..en - In Jjeiner Kajüte i.t Daland durch das Krachen des Ankers geweckt worden, er kommt aufs Derdeck, erblickt das fremde Schiff und .chilt den .äumigen Steugemonn. Als die.er vergeblich das gegenüberliegende Schiff anruft, geht Daland auf den am Ufer .tehenden Holländer zu: Woher der Fahrt? - Weit käme er her, ob ihm Daland den Ankerplaß wehre? - Dein, wohl aber heißt er den Schick.alsgeno..en willkommen. Ob etwa .ein Schiff Schaden erlitten? - „Mein Schiff i.t fe.t, es leidet keinen Schaden," Doch i.t er .elb.t unglücklich. Seit ungezählten Jahren i.t er auf dem Meere ver.chlagen und .ucht, und .ucht die Heimat, die er nicht finden kann. Eine Nacht .oll ihn Daland beherbergen, dafür will er ihm reiche Schätze geben. Denn was nützen ihm die.e? Hat er doh weder Weib noch Kind. Gern gewährt der Norweger die Bitte. Ob er ein Kind, eine Lochter habe? Freudig prei.t Daland .eine Senta. Da bittet"ihn der Fremde um die Hand .eines Kindes, die Daland, durch den unermeßlichen Reichtum geblendet, ihm gerne zu.agt. „Wird .ie mein Engel .ein?" fragt .till der Unglückliche vor .ich hin. - Der Sturm hat .ich geiegt. Doller Sehn.ucht rü.ten Dalands Ceute die Heimfahrt. Er möge nur vorfahren, .ein Schiff hole ihn doch noch ein, ver.ichert ihn der Holländer. (2. Akt) In der großen Stube in Dalands Hau.e .itzen die Mäode und .pinnen. Und wie das Rädchen .ummt und brummt, .chwatzen .ie von den Geliebien die jet bold wiedee zurückkommen. Eine nur arbeitet nicht, Senta, Dalands Tochter. Derträumt .itt .ig in einem Se..el und .tarrt auf das Bild des „fliegenden Holländers", das zwi.chen allerlei Sgemannsgerät über der Türe hängt. Tiefes Mitleid fühlt ihr junges Herz mit dem Ungiücklichen, der keine Ruhe finden kann, weil er keine Treue findet. Die Neckereien der Mädchen, die .ie mit dem Jäger Erik aufziehen, fruchten eben.owenig, wie der Amme Mary Schelte. Ja, .ie .ingt die Ballade vom fliegenden Holländer. „Traft ihr das Schiff im Meere an, blutrot die Segel, .chwarz der Ma.t?" hebt .ie an und erzählt des Holländers Ge.chick, der, ein tollkühner Schiffer, ein.t»das Kap bei wildem Sturme vergeblich zu um.egeln ver.uchte. - Übermütig .chwor er, nicht davon ab.tehen zu wollen, und .ollte er bis in die Ewigkeit es ver.uchen mü..en. Da vernahm der Satan die .ä.terrede und nahm ihn beim Wort. Seit undenklichen Zeiten iret ee nun von Mer zu Meer, ruhelos, ungefährdet im ra.end.ten Sturm. Läng.t .ucht er nicht mehr das Kap, den lod .ucht er, der ihn erlö.e von der ewigen Jager Ein- Enger Gottes